Inhalt:

  • Mein Heimatort Laubendorf
  • Karten: Siedlungsschwerpunkte der Deutschen in der ČSR
  • Die Bevölkerung der ČSR nach der Volkszählung von 1921
  • Mein Elternhaus in Laubendorf, jetzt Pomezí, im Mai 1991
  • Laubendorf gehörte bis Anfang Oktober 1938 zum politischen
    Bezirk (Landkreis) Politschka / Polička
  • Die verbrieften Märkte der königlichen Leibgedingstadt Policzka
  • Die ehemalige „Königliche Leibgedingstadt Policzka“
  • Eisenbahnlinie Zwittau – Politschka
  • Entfernungen ab Bahnhof Zwittau

  • Fundstellen in der „Schönhengster Heimat“

  • Wallfahrten in unserer Heimat

  • Katholikentag 1935 in Prag

  • Gemäldegalerie der Grafen von Hohenems
  • Die Reformation und die Gegenreformation im Schönhengstgau

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Mein Heimatort Laubendorf 

Mein Heimatort Laubendorf gehörte bis 1918 zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie, danach bis Oktober 1938 zur Tschechoslowakischen Republik (Bezirk Politschka) und von 1939 bis 1945 zum Landkreis Zwittau im Schönhengstgau, Regierungsbezirk Troppau, Ost-Sudetenland.

Vergleiche meinen Beitrag „Die Neugliederung der Verwaltung in unserer Heimat 1938 und 1939“ in „Schönhengster Heimat“, Oktober 1999, Seite 30.

Der Landkreis Zwittau umfasste die Städte Zwittau und Brüsau sowie 34 politische Gemeinden mit einer Gesamtfläche von 45.743 Hektar. Nach Berücksichtigung mehrerer Grenzberichtigungen waren es 46.723 Hektar. (Vergleich: Landkreis Fürth/Bayern = 30.800 Hektar)

Bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 wurden 49.640 Bewohner ermittelt.

Laubendorf hatte eine Gemarkungsfläche von 2.528 Hektar und bei der Volkszählung im Mai 1939 mehr als 1.772 Einwohner (bei Kriegsende im Jahr 1945 etwa 1.800). Der Ort hatte 351 Haus-Nummern. (Im Jahr 1921 hatte der Ort 1.879 Einwohner.)

Von der Dorfanordnung her ist Laubendorf ein über 5 km langes, zusammenhängendes typisches Waldhufendorf.
Es liegt zwischen 560 m (Unterort) und 640 m (Oberort) über NN, zu beiden Seiten des Weißbachs.

Die Erwerbsstruktur war überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Nach der Gemarkungsfläche war Laubendorf die viertgrößte Gemeinde im Kreis Zwittau. Größer waren die Gemeinden Abtsdorf (3.028 ha), Rothmühl (2.851 ha) und Lauterbach (2.531 ha).

Die Kreisstadt Zwittau (in Mähren) hatte am 17. Mai 1939 mehr als 10.413 Einwohner, die Stadt Brüsau zählte 1.287 Bürger.

Nach Einwohnern stand Laubendorf an siebenter Stelle unter den 34 politischen Gemeinden des Kreises. Mehr Einwohner hatten die Gemeinden Vierzighuben (3.049), Greifendorf (2.929), Rothmühl (2.580), Schönbrunn (2.145), Jansdorf (1.939) und Abtsdorf (1.924).

Laubendorf wurde um das Jahr 1260 von dem Locator Conrad von Löwendorf mit fränkischen Ansiedlern begründet. Man nimmt an, dass unsere Vorfahren aus der Gegend um Naila im Frankenwald und aus der Rhön stammen.

Laubendorf liegt etwa auf der gleichen nördlichen Breite (49 Grad 43 Minuten) wie Pilsen, Forchheim in Oberfranken, Miltenberg am Main und Trier, sowie auf 16 Grad 19 Minuten östlicher Länge (wie Wien).

Über die nördlichen Felder des Unterortes verläuft auf 616 m NN die große „Europäische Wasserscheide“.

Die nordöstliche Ortsgrenze stieß an die Gemarkungen von Stangendorf und Mährisch Rothmühl im früheren Land Mähren-Schlesien.
Die westliche Ortsgrenze war zugleich Sprachgrenze zur tschechischen Stadt (früheren Bezirksstadt) Politschka.
 
Die nördliche, östliche und südliche Ortsgrenze stieß an die Gemarkungen von Blumenau, Böhmisch Rothmühl, Dittersbach, Schönbrunn/Bad Goldbrunn und Riegersdorf. Alle fünf Gemeinden sowie Laubendorf und Politschka lagen im früheren Land Böhmen.
 
Den Namen Laubendorf tragen bzw. trugen außerdem noch folgende Orte / Ortsteile:
Laubendorf in Mittelfranken, ein Ortsteil von Langenzenn
Laubendorf bei Millstatt in Kärnten
Laubendorf in Nordböhmen, tschechisch Otradovice, Ortsteil von Sojovice
 
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Bis 1945/46 überwiegend von Deutschen bewohnte Siedlungsgebiete in Böhmen, Mähren und Sudeten-Schlesien

Das Gebiet der Sprachinsel Schönhengstgau ist farblich hervorgehoben.

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Die Bevölkerung der ČSR nach der Volkszählung von 1921 

 

Tschechen
6 796 343
=
50,8 %
Deutsche
3 123 568
=
23,4 %
Slowaken
1 976 870
=
14,7 %
Magyaren
745 431
=
5,6 %
Ukrainer
461 849
=
3,4 %
Nationaljuden
180 855
=
1,3 %
Polen
75 853
=
0,6 %
Sonstige
25 871
=
0,2 %
Gesamt
13 386 640
=
100 %
 
Von den 300 Abgeordneten im Tschechischen Parlament waren 72 Deutsche (= 24 %).

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Mein Heimatort Laubendorf 
 
Luftaufnahme vom Mittelort Pomezí / Laubendorf aus dem Jahr 1997
mit Pfarrkirche St. Georg, Friedhof und Pfarrhof,
Mittelort-Schule und Kindergarten,
früheres Erbgericht Gerstberger (nur Vorderfront),
Katholisches Vereinshaus,
Anwesen Friedrich Haupt (links unten) und
neu erbauten Reihenhäusern (rechts unten).
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Mein Elternhaus in Laubendorf, jetzt Pomezí, im Mai 1991.
Hier wurde ich im Jahr 1927 geboren.

Heimat ist das Land der Kindheit, das Land der ersten und darum auch der stärksten Eindrücke, Entdeckungen und Erkenntnisse.

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Laubendorf gehörte bis Anfang Oktober 1938 zum politischen Bezirk (Landkreis) Politschka / Polička 

Bis Anfang Oktober 1938 gehörte Laubendorf mit seinen etwa 1.770 Einwohnern zum gemischtsprachigen Bezirk Politschka / Polička.

Dieser (frühere) politische Bezirk hatte damals etwa 33.000 Einwohner. Davon waren 8.350 Deutsche, 24.500 Tschechen und 150 fremde Staatsangehörige (= rund 25½ % : 74 % : ½ %).

Zu diesem Bezirk gehörten ferner die acht deutschen Gemeinden Schönbrunn, Riegersdorf, Dittersbach, Böhmisch Rothmühl, Bohnau, Deutsch Bielau, Neu Bielau, Böhmisch Wiesen, die gemischtsprachigen Gemeinden Brünnlitz und Hinterwasser sowie zahlreiche tschechische Gemeinden.

Laubendorf war nach der Gemarkungsfläche (2.528 ha) die größte Gemeinde im damaligen Bezirk. 

Der gesamte Bezirk umfasste 32.120 ha oder 321,20 km2. (Vergleich: Der Landkreis Fürth/Bayern hat 308 km2

Die Bezirksbehörde war in einem neuen Gebäude untergebracht, das an der Straße nach Schönbrunn und Bistrau liegt. 

Die Bezirksstadt Politschka / Polička hatte im Jahr 1938 über 6.000 Einwohner, darunter waren 149 Deutsche. 

Viele Laubendorfer aus dem Unterort gingen, weil es für sie näher war, in die tschechische Stadt zum Gottesdienst. Hinterher konnten sie Einkäufe und Besorgungen erledigen, denn die Geschäfte hatten am Sonntag vormittag geöffnet. Die Verkäufer/innen sprachen auch deutsch. Die Geschäftsleute schätzten die zahlungskräftigen deutschen Kunden. 

 

Vergleiche meinen Beitrag in der „Schönhengster Heimat“, Juli 1995, Seiten 4/5.

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Die verbrieften Märkte der königlichen Leibgedingstadt Policzka

„Die königliche Leibgedingstadt Policzka ist laut Privilegien von König Ladislaw (28. August 1454), Wladislaw II. (18. Jänner 1493), Ferdinand I. (1542), Mathias (18. August 1618) und Ferdinand III. (28. Juni 1637) zu sechs Jahr- und Viehmärkten berechtigt, welche am Montag nach 3 Königen, am dritten Fasten-Donnerstag, an den Dienstagen vor Georgi und Simon und Judä, und an den Donnerstagen vor Johann dem Täufer und Bartholomäus (die Viehmärkte den Tag vorher) gehalten werden und in beiläufig 60 Buden und 190 Ständen, Wollen-, Baumwollen-, Linnen- und Seidenwaren, nebst anderen gewöhnlichen Artikeln der Provinzial-Märkte zum Verkauf darbieten. Der sechste ist der am stärksten besuchte. Auf den Viehmärkten, wo sich nur wenig Fremde einfinden, erscheint hauptsächlich Hornvieh. Die von der Kaiserin Maria Theresia unterm 2. März 1762 bewilligten zwei Garn-, Leinwand- und Flachsmärkte, an den Montagen nach heilig 3 Königen und Philippi und Jakobi, werden wegen Mangel an Concurrenz, da es in der Stadt und den Dörfern eine Menge Zwischenhändler gibt, nicht gehalten. Die Wochenmärkte beschränken sich auf Mehl, Brot, Gemüse und Obst.“

 

Vergleiche die Chroniken „Das Königreich Böhmen“ von Jaroslaus Schaller, Chrudimer Kreis, Band 11/12, Seite 169, aus dem Jahr 1789 und „Das Königreich Böhmen“ von Johann Gottfried Sommer, Chrudimer Kreis, Band V, Seite 222, aus dem Jahr 1837 sowie das Buch „Der Schönhengstgau“ von Martin Christian Theusner aus dem Jahr 1937.

 

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Die ehemalige „Königliche Leibgedingstadt Policzka“

 

Aus der Chronik „Das Königreich Böhmen“ von Jaroslaus Schaller, Chrudimer Kreis, Band 11/12, Seiten 166/167, aus dem Jahr 1789:

 

„Policzka, Policz, Policzek, eine königliche Leibgedingstadt mit Mauern, die sehr hoch, fast eine Klafter dick (= etwa 2 bis 2,5 m) und mit 19 Basteyen versehen sind. Vor Zeiten war diese Stadt noch mit einer zweyten Mauer, davon noch heut zu Tage hier und da einige Merkmale zu sehen sind, und mit einem tiefen Graben umgeben; sie hat 4 Stadtthore, und 2 Schanzenausgänge, zählet sammt der obern und untern Vorstadt 439 Häuser, folglich um 196 mehr, als man im Jahre 1615 daselbst gezählet hatte. ..... Vor Zeiten traf man hier, der gemeinen Aussage nach, viele Messerschmiede und Tuchmacher an, heut zu Tage aber bestehet die Hauptnahrung der hiesigen Bürger im Ackerbaue, und einem häufigen Flachs- und Leinwandhandel, dieser Ursache wegen trifft man in dieser Stadt mehr als 170 Leinwebermeister an. Der Flachs geräth viel besser bey den herumliegenden Dörfern als nahe an der Stadt selbst. ... Der hiesige Boden ist insgemein sehr kalt; darum fängt auch hier der Schnitt allemal um drey Wochen später an als bey Leutomischl. ...“

 

Erläuterungen:

Im Jahr 1307 wurde Policzka der verwitweten Königen Elisabeth als Leibgedingstadt eingeräumt. Weitere Leibgedingstädte waren Königgrätz, Jermer, Hohenmauth sowie Chrudim, später kam noch Königinhof dazu. Die Einkünfte dieser sechs Städte erhielt die königliche Witwe als Leibgedinge (auf Lebenszeit).

 

Im Jahr 1363 erscheint Policzka abermals unter den Städten, die nun Kaiser Karl IV. seiner vierten Gemahlin Elisabeth von Stettin für den Fall seines Ablebens als Leibgedingstadt anwies. Die Einkünfte der Stadt soll die Witwe lebenslänglich beziehen.

 

Kaiser Karl IV. starb am 29.11.1378, seine Witwe Elisabeth von Stettin 15 Jahre später, im Jahr 1393.

 

(Chronik „Das Königreich Böhmen“ von Johann Gottfried Sommer, Chrudimer Kreis, Band V, Seiten 211 bis 228, aus dem Jahr 1837, und „Policzka, königlich-böhmische Leibgedingstadt“, Prag 1833, von Dr. Johann Nepomuk Eiselt, Ehrenbürger von Policzka)

 

Die Stadtmauer von Politschka war 1.220 m lang, 10 m hoch, hatte 4 Tore (das Steindorfer, Neuschlosser, Leitomischler und das Laubendorfer Tor) mit je einer Fallbrücke, außerdem 2 Pforten. 

An der Innenseite der Stadtmauer trat das Gemäuer in 8 m Höhe zurück. Dort befand sich ein geschützter Rundgang mit Zinnen. Dieser Rundgang war durch 19 halbzylindrische Basteien verstärkt. 

Im Jahr 1613 hatte ein Feuer 166 Häuser, 3 Tore und 11 Basteien zerstört.

Die Stadtmauer wurde in den letzten Jahren im Wesentlichen wieder in Stand gesetzt.

Die Innenstadt bildet ein Oval von etwa 400 mal 300 Metern. 

 

Vergleiche auch meine Beiträge „Deutsch-Tschechische Jugendtreffen“, in „Schönhengster Heimat“, Mai 2000, Seite 5, und „Städte in unserer Heimat“, im „Schönhengster Jahrbuch 2005“, Seiten 164/165 sowie meinen Beitrag in der "Schönhengster Heimat", Juli 1995, Seiten 4/5.

 

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 Entfernungen (Bahn – Kilometer):

Zwittau – Politschka
19,4 km
Zwittau – Brünn
74 km
Zwittau – Prag
181 km
Zwittau – Breslau
200 km
Zwittau – Wien
217 km
Zwittau – Berlin
541 km
 
 
Vergleiche hierzu meine Beiträge
·         „Verkehrswege in unserer Heimat“,
·         „100 Jahre Eisenbahnlinie Zwittau - Politschka“,
·         „Bahnhöfe und Haltestellen auf den Eisenbahnstrecken im Schönhengstgau“,
·         „Aus der Chronik des Bahnhofs Politschka von 1924 bis 1939“ und
·         „Geschichte um den Bau der Eisenbahnstrecke Zwittau - Politschka“
in der „Schönhengster Heimat“, Mai 1995, Seite 41 (unter Laubendorf), August 1996, Seite 33, Mai 1997, Seite 5, Juni 1997, Seiten 7/8, und Februar 2002, Seiten 36/37.
 
 
Mein umfangreicher Beitrag
„Zum Bau und Betrieb der Eisenbahnstrecke Zwittau - Politschka - Skutsch, 1895 bis 1995“
wurde bis jetzt nicht veröffentlicht.
 
Mein Beitrag „Wallfahrten in unserer Heimat“ wurde
veröffentlicht in der „Schönhengster Heimat“, September 1999, Seite 34.
 
Mein Beitrag „Katholikentag 1935 in Prag“wurde
veröffentlicht in der „Schönhengster Heimat“, Juni 2003, Seite 41.
Der vollständige Beitrag ist auch unter "Erinnerungen" zu finden.


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Buch in deutscher Sprache (288 Seiten):
„Gemäldegalerie der Grafen von Hohenems -
Katalog zur ständigen Schausammlung -
Städtisches Museum und Galerie Polička 1999“
 
 
Jakob Hannibal III
* 07.03.1653
 
Seiten 11, 12, 13, 18, 19, 26, 27, 29, 31, 36 und 174
+ 14.08.1730 in Wien
Er verkaufte im Jahr 1710 die Besitzungen Schellenberg und Vaduz (seit 1613 im Familien-
besitz) und erwarb im Jahr 1712 für 234.000 Gulden die Herrschaft Bistrau. Für den Bau des
neuen Rathauses in Bistrau (1717 bis 1719) stiftete er einen beträchtlichen Geldbetrag.
Er bestimmte im Jahr 1727, dass die „Pfarre“ Laubendorf wieder einen Seelsorger bekam.
 
 
Franz Rudolf
* 10.12.1686
 
Seiten 12, 13, 21, 29, 31, 33, 34, 36, 37, 174 und 178
+ 21.04.1756 in Brünn, beerdigt in der Pfarrkirche Bistrau
Im Jahr 1720 überließ ihm sein Vater Jakob Hannibal III. das Herrschaftsgut Bistrau.
Franz Rudolf ließ das Schloss Frischberg in Bistrau renovieren und in den Jahren 1722 bis
1729 die Wallfahrtskirche des Hl. Johannes des Täufers bauen und reich ausstatten.
Er ließ ab dem Jahr 1740 in Goldbrunn („Waldl“) ein Herrenbadhaus (das „Schlössl“), ein Gemeinbadhaus, ein Gasthaus und 1747/1748 die Kapelle der Jungfrau Maria errichten.
Im Jahr 1748 ließ er die Pfarrkirche St. Georg in Laubendorf umbauen und erweitern.
 
 Maria Rebekka Josepha
* 16.04.1742
 Seiten 12, 13, 20 bis 25, 29, 32, 37, 178, 190/192, 194 und 286
+ 18.04.1806 in Wien , beerdigt in der Kapelle Hl. Johannes von Nepomuk bei Hartmanitz.  
Nach ihrer Volljährigkeit (Heirat: 04.01.1761) übernahm sie von ihrer Mutter die Verwaltung der Herrschaft Bistrau. Bad Goldbrunn erfreute sich danach wiederum eines regen Zuspruchs.
Sie ließ im Jahr 1803 die Gemäldesammlung und die Bibliothek von Hohenembs/Vorarlberg
nach Bistrau bringen. Seit dem Jahr 1989 befinden sich nun 92 Gemälde im Rathaus Polička.
Zur Erinnerung an die Gräfin trägt ein See in der Region den Namen „Rebecca“.
 
 
Ernestine Freiin von Langet
* 03.03.1804 in Prag
 
Seiten 13, 21, 22, 23, 29, 31, 33, 40, 194 und 280
+ 21.02.1868 in Bistrau, beerdigt in der Kapelle
Hl. Johannes von Nepomuk bei Hartmanitz. 
Sie war vom 07.06.1848 bis 21.02.1868 Besitzerin der Herrschaft Bistrau. Mit ihr starb das Geschlecht der Hohenembser aus. Danach fiel der Herrschaftsbesitz, das Schloss Frischberg und die Gemäldesammlung an das Haus Habsburg (Kaiser Franz Josef I.) und dann durch Gesetz vom 12. August 1921 an die neu entstandene Tschechoslowakische Republik.
Zum Herrschaftsbesitz gehörten die Besitzungen in Bistrau und in 14 umliegenden Orten (sechs Meierhöfe, umfangreiche Waldungen und mehrere große Fischteiche). Außerdem waren weitere acht Orte der Herrschaft gegenüber „zinsbar“.
Durch ihre finanzielle Unterstützung hat sie dem in Brüsau geborenen Künstler Eduard Schwoiser 
(* 1827, + 1902 in München) das Studium an der Kunstakademie München ermöglicht. Er schuf 1853/54 die Fresken, Decken- und Wandgemälde im Schloss Bistrau.
 
Das alte und vornehme österreichische Geschlecht der „Hohenembser“ war über 155 Jahre (von August 1712 bis Februar 1868) äußerst segensreich in unserer Heimat vertreten.
 
Vergleiche meine Beiträge in der „Schönhengster Heimat“, März 2001, Seite 39, April 2001,
Seite 49 (unter Riegersdorf), Februar 2002, Seite 35, Mai 2002, Seite 52 (unter Riegersdorf),
und im „Schönhengster Jahrbuch 2004“, Seiten 156 bis 158, sowie „2006“, Seite 94;
ferner die wissenschaftliche Schrift „Topographie der historischen und Kunst-Denkmale im Königreiche Böhmen“, XXII. Band (Bezirk Polička), 1909, Seiten 12 bis 37, 49 und 61.  

 

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Die Reformation und die Gegenreformation im Schönhengstgau

Von etwa 1560 bis 1612 waren die Einwohner der Stadt Zwittau[1]  und

von 1550 bis etwa 1620 war die Mehrheit der Bewohner des Königreiches Böhmen und damit auch des Schönhengstgaues protestantisch.[2] [3]

Das entfremdete sie vom katholischen Haus Habsburg, aus dem seit 1526 (bis 1918) jeweils der böhmische König kam.3)

Ferdinand II. (* 1578, + 1637) wurde 1619 deutscher Kaiser. Er hatte geschworen, Böhmen wieder katholisch zu machen. Es kam zur Gegenreformation.[4] 30-jähriger Krieg 1618 - 1648!

Nach dem kaiserlichen Schreiben vom 22. Dezember 1622 musste die Ausübung des evangelischen Glaubensbekenntnisses aufhören.[5]

Am 7. Mai 1623 wurde in Mährisch Trübau der erste katholische Priester feierlich eingeführt.5)

Mit dem Glaubens-Patent von 1628 wurden die Bewohner von Böhmen und Mähren von der Obrigkeit gezwungen, wieder den katholischen Glauben anzunehmen.[6]

Darüber hinaus kehrte von 1638 bis 1644 die gesamte Bevölkerung auf kaiserlichen Befehl zum katholischen Glauben zurück.[7] [8] [9]

300 Jahre später:

Nach der Volkszählung vom 17. Mai 1939 waren die Einwohner des Landkreises Zwittau (ohne die Stadt Zwittau) zu 99,2 % und die Einwohner der Kreisstadt Zwittau zu 95,8 % römisch-katholisch und zu 1,9 % evangelisch.

Die Einwohner des Reichsgaues Sudetenland (von 1938/39 bis Mai 1945) waren nach der o.a. Volkszählung zu 88,1 % römisch-katholischen und zu 5,8 % evangelischen Glaubens.


Fußnoten: 
[1]  „Heimatbuch Zwittau“, 1974, Seite 16
[2]  „Schönhengster Jahrbuch 2003“, Seiten 48/49
[3]  Ausstellungskatalog Zwiesel, 2007, Seite 4
[4]  „Frankenstein-Münsterberger Rundschau“, Mai 2008, Seite 2
[5]  „Schönhengster Jahrbuch 2004“, Seite 143 (rechts unten) und 2006, Seite 184
[6]  „Schönhengster Heimat“, September 2007, Seite 24 (unter Tschenkowitz, links unten)
[7]  „Das Königreich Böhmen“ von Sommer, Band V, Chrudimer Kreis, Seite 208
[8]  „Seelsorgeblatt für Laubendorf und Umgebung“, Nr. 24/1934, Seite 12
[9]  „Schönhengster Jahrbuch 2004“, Seite 176 und 2006, Seite 184

 

 


 

 

 

 

 

 

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